In Rümlang präsentierten Fachleute die neuesten Produkte der Firma Dormakaba. Die Digitalisierung schreitet auch bei Zugangs- und Schliesssystemen rasant voran.
Es gibt kaum eine Person in der Schweiz, die den Namen Kaba nicht kennt. Seit mehr als 150 Jahren lassen sich Türschlösser mit Kaba-Schlüsseln öffnen und schliessen.
Im September 2015 fusionierte die bekannte Marke mit dem deutschen Unternehmen Dorma zur Dormakaba. In Rümlang werden in den riesigen Hallen, wo früher auch schwere Tresore zusammengeschweisst wurden, neue Schliess- und Zutrittssysteme entwickelt. Die Produktion von Schlössern und Komponenten wurde 2016 nach Wetzikon verlagert.
Eintrittsberechtigung per App
Nicht nur an Haustüren sind Schlösser notwendig. In Betrieben, Geschäftshäusern, Labors oder Gesundheitsinstitutionen sind Schliesssysteme und kontrollierte Zutrittsberechtigungen ein wichtiges Sicherheitselement. Solche Zutrittssysteme werden in Rümlang entwickelt. Immer mehr ersetzen digitale Komponenten Schlüssel oder Zutrittskarten.
Eintrittsberechtigungen lassen sich zunehmend per kostenlose Applikationen auf das Smartphone laden. So erhält beispielsweise bei Pannen auswärtiges Servicepersonal via Smartphone Zutritt zu Firmengebäuden, um dort Reparaturen durchzuführen. Die digitalen Berechtigungen sind sicherer als Karten. Zudem sind sie einfacher und schneller an wechselnde Bedürfnisse anzupassen.
Sicherheit im Falle eines Brandes
Ein weiterer Bereich, den Dormakaba entwickelt, sind batteriebetriebene Brandschutzanlagen. Sie arbeiten ohne Verkabelung und sind auch bei einem Netzausfall, der bei einem Brand durchaus auftreten kann, voll einsatzfähig. Die Batterien halten ihre Funktion während 16 Monaten aufrecht und werden bei regelmässigen Wartungsintervallen ausgewechselt. Die Schliessung von Brandschutztüren ist somit jederzeit sichergestellt.
Besonders anspruchsvoll ist die Programmierung von Fluchtwegtüren. Einerseits muss sich der Ausgang bei einem Notfall immer öffnen lassen, andererseits muss Missbrauch verhindert werden.
Hotels verlangen nach Flexibilität
Auch in vielen neuen Hotels sind die Schlösser an den Zimmertüren batteriebetrieben, dadurch fällt eine teure Verkabelung weg, und bei Kartenverlust ist ein Schlossersatz wie bei einem Schlüsselverlust nicht nötig. Die Zutrittsberechtigung lässt sich flexibel und ohne grossen Aufwand digital verändern. Und durch eine kabellose Überwachung von Schlössern in Gebäuden kann sich das Personal in einer Sicherheitszentrale jederzeit ein Bild über die Funktionstüchtigkeit der Zugänge und Fluchtwege machen und nötigenfalls eingreifen.
Mit 3-D in eine nachhaltige Zukunft
Seit vier Jahren entwickelt Dormakaba ein futuristisches Projekt. Mit einer 3-D-Brille können sich zukünftig Kunden über Schliess- und Zugangssysteme informieren. Einzelne Komponenten lassen sich bis auf die letzte Schraube bildlich darstellen. Die Visualisierung von Produkten und Anwendungen soll herkömmliche Informationen auf Papier ersetzen. Es ist ein Beitrag zur Nachhaltigkeitsstrategie der Firma. (Zürcher Unterländer)
Zürcher Unterländer, Olav Brunner, 10.05.2019