Arbeitgeber Zürcher Unterland Die Vereinigung Arbeitgeber Zürcher Unterland lud in Fisibach zur Generalversammlung und zum regen Gedankenaustausch.
Eine Traktandenliste gab es zwar für die Generalversammlung der Vereinigung Arbeitgeber Zürcher Unterland (AZU). Im Zentrum stand dann aber nicht das Statutarische, sondern es ging um Kurzarbeit, Betriebsschliessungen und so weiter. Also um die Erfahrungen aus der Corona-Krise, Massnahmen zur Bewältigung und Perspektiven. «Es werden Erfahrungen geteilt und ganz persönliche Tipps weitergegeben», fasste es Heinz Eberhard aus Kloten im firmeneigenen Baggermuseum in Fisibach zusammen.
Eberhard, Verwaltungsratspräsident des gleichnamigen Bau- und Recyclingunternehmens, erklärte, dass sein Krisenstab schnell aktiviert und die behördlich verordneten Massnahmen sofort umgesetzt worden seien. «Bei uns werden die Mitarbeiter, die dezentral unterwegs sind, wöchentlich mit der Ebianer-Info-Plattform auf den neusten Stand gebracht. Das hat sich sehr gut bewährt und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt.»
Persönlicher Kontakt fehlt
Stefan Ammann vom Schliesstechnik-Unternehmen Dormakaba in Rümlang, hat in der Corona-Krise eine Kulturveränderung festgestellt. Hatten die Betriebs- und Aussendienstmitarbeiter anfänglich noch das Gefühl «Wir sind im Krieg und die Chefs sitzen im Büro», änderte sich die Einstellung durch umfassende Informationen. Allerdings hob er, wie auch Eberhard, hervor, dass Homeoffice und Bildschirmkonferenzen den persönlichen Kontakt zu Mitarbeitern und Kunden nicht voll ersetzen können.
Bereits schon im Februar wurde der Maschinenkonzern Bucher in Niederweningen über die Schliessung einer Produktionsstätte in Wuhan wegen des Corona-Ausbruchs informiert. Personalleiter Lukas Büchi berichtet: «Wir konnten deshalb rasch reagieren und auch das neu erstellte Homeoffice-Reglement einführen. Weiter haben wir sofort mit der Aufsplittung des Personalbestandes begonnen, Früh- und Spätschichten eingeführt.» Aus dem Fundus des Betriebes wurden von Beginn an 10’000 Masken bereitgestellt.
Dramatische finanzielle Situationen bei Kunden, vor allem aus dem Gastrobereich, hat Oliver Schärli von der ZKB Zürich-Nord festgestellt und erwähnt: «Wir konnten etwa 7500 Überbrückungskredite im Schnitt von 100’000 Franken gewähren. Die meisten Betriebe sind noch schuldenfrei.»
Fast sämtliche Referenten erwähnten, dass die Bewältigung der Krise in Zukunft an das Management, aber auch die Mitarbeiter weiterhin grosse Anforderungen stelle und Flexibilität und Kreativität erfordere. Zudem war für alle klar, dass die Digitalisierung vorangetrieben werden müsse. «Mit den Lehren und Erfahrungen aus den letzten Monaten können wir leicht optimistisch in die Zukunft blicken, wenn wir bereit sind, auch in der Krise zu investieren», betonte Eberhard zum Schluss des offenen Gedankenaustausches.
Mit 65 Mitgliedern, vom lokalen Betrieb bis hin zum internationalen Konzern, ist die Vereinigung Arbeitgeber Zürcher Unterland (AZU) ein Netz für Unternehmerwissen.
Zürcher Unterländer, Werner Bucher, 27.06.2020