Schon seit Jahren setzt die Firma Eberhard auf Recycling. Am Wochenende konnten in Rümlang die 25-jährige Bodenwaschanlage und das Baustoff-Recycling-Zentrum Ebirec besichtigt werden.
In der grössten Anlage dieser Art in der Schweiz wurden in den 25 Jahren Betrieb etwa fünf Millionen Tonnen Material wiederaufbereitet. Bild: Paco Carrascosa Im riesigen Dach über dem Areal der Bodenwaschanlage der Firma Eberhard wird Regen gesammelt, um genügend Wasser für die Reinigungsprozesse zu haben. Das reicht in der Regel für den Betrieb der Bodenwaschanlage (Esar) aus. In diesem trockenen Sommer musste man allerdings auf Ressourcen aus dem öffentlichen Wassernetz zurückgreifen. Richtigen Waschgang wählen In der Esar werden Schotter und Bodenmaterialien wie Strassenkoffer, Böden aus Industriearealen oder Rückbauten mit dem Ziel angeliefert, daraus wieder brauchbaren Kies und Sand zu gewinnen. Dies funktioniert mittels Trocken- und Nassreinigung. Betriebsleiter Hans Brugger führte vergangenes Wochenende anlässlich des 25-JahrJubiläums durch die Anlage. Ein Labyrinth von Schlammpressen, Sieben, Förderbändern, Spiralen und einer Schaumanlage ist in der Halle untergebracht. Der Schaum aus abbaubaren Stoffen löst auch die feinsten Schadstoffe aus Sand. Die Anlage war während der Führung zwar nicht in Betrieb, aber grosse Bagger schaufelten das Material von einem Haufen zum anderen, um die Arbeit für den Wochenanfang vorzubereiten. Bei der Trockenreinigung werden erst manuell Fremdstoffe entfernt, im weiteren Prozess mittels Mechanik und Sieben. Dann wird der Schotter auch gebrochen. Bei der Nassreinigung kommen je nach Boden spezielle Waschgänge hinzu. Man kann sich das durchaus vorstellen wie bei der Wäsche zu Hause: Bei der Anlieferung wird zuerst alles sortiert. Wenn der Haufen genug gross ist, wird gewaschen.
Vom Material werden erst einmal Proben genommen und ins Labor geschickt. Nach zwei bis drei Tagen liegen die Resultate vor, und es wird entschieden, welchen Prozess, also welchen Waschgang, das Material in der Anlage durchläuft. Jeder Waschgang hat ein eigenes Rezept, das auch den Takt, die Schnelligkeit des Durchlaufs, vorgibt. Seit vier Jahren laufen diese Prozesse vollautomatisch. Auf der anderen Seite der Anlage wird das saubere Material angehäuft und für die Wiederverwendung in der firmeneigenen Betonanlage für andere Verwendungszwecke oder als Restmaterial für Verbrennung und Deponie bereitgestellt. Wasser wird gesammelt Für die Nassaufbereitung wird so wenig Wasser vom Netz verwendet wie möglich. Das wird eben vom grossen Dach genommen. Das Bauunternehmen verfügt über eine eigene Abwasserreinigungsanlage, in der das Wasser unter anderem mit Quarzsand und Aktivkohle gereinigt und wieder in den Kreislauf eingespeist wird. Einzig die Bürocontainer sind an der normalen Wasserversorgung angeschlossen. Das Wasser, das auf dem Areal auf dem Boden anfällt, wird gezielt gesammelt und ebenfalls gereinigt. Was nach dem Waschgang herauskommt, wird von einer externen Firma überprüft. Erst nach dem Okay aus dem Labor wird das Material freigegeben. Sollte es einmal nicht einwandfrei sein, bleibt zu entscheiden, ob sich noch ein weiterer Waschgang lohnt oder ob das Material definitiv entsorgt werden muss. Laut Brugger passiert das aber äusserst selten, da die Böden schon zu Beginn analysiert und darauf geprüft werden, ob sie sich zum Waschen eignen. (Zürcher Unterländer)
Zürcher Unterländer, Sybille Ratz, 12.11.2018